Römische Kaiserzeit

Die Römische Kaiserzeit wird meist mit dem Zeitraum 10 n. Chr. bis 375 n. Chr. eingefasst. Sie wird oftmals in verschiedene Stufen eingeteilt, wobei jede Stufe eine bestimmte Glasperlenmode hervorbrachte. Neben der Häufung bestimmter Glasperlentypen in den jeweiligen Stufen, gibt es eine sehr große Zahl an Einzelfunden, die sich nicht eindeutig einer Epoche zuordnen lassen. Die Stufen sind:


Die letzte Stufe D markiert bereits der Übergang zur Zeit der Völkerwanderung. Sie wird manchmal mit zur Römischen Kaiserzeit gerechnet.

Bedeutung von Glasperlen

In der Römischen Kaiserzeit hatten Glasperlen auf beiden Seiten des Limes eine ganz unterschiedliche Bedeutung. Für die Römer waren Glasperlen eine reine Handelsware. Sie wurde im Römischen Reich produziert und war direkt für den Export in die Germania libera bestimmt. Glasperlen wurden bei den vornehmen Römerinnen nur in Zusammenhang mit aufwendigem Goldschmuck angetroffen, dann jedoch waren die Glasperlen klein und einfarbig, ggfls. in Polyeder- oder Tonnenform.

Die Germanen hatten ein Faible für bunte Glasperlen, die sie fleißig aus dem Römischen Reich importierten. Es war ein Prestigeobjekt Glasperlenketten zu tragen, das alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen durchdrang. Hals- und Fibelketten kamen gleichermaßen vor. Frauen und Männer trugen Glasperlen gleichermaßen.

Farben und Formen

Die Glasperlen der Römischen Kaiserzeit zeichnen sich durch ein riesiges Fundspektrum aus. Es handelt sich selten um Grabbefunde, sondern vielmehr um sehr viele Einzelfunde. Im Gegensatz zu den keltischen Perlen treten wesentlich mehr Farben und Formen auf.
Typisch sind auch in dieser Zeit einfarbige Perlen. Nahezu alle Farben kommen vor. Darunter auch opakes rotes Glas. In dieser Zeit treten auch erstmals Melonenperlen und Polyeder auf.
Die Perlen werden durch Punkte, Sprenkel, aber auch viele Linien verziert. Auffällig ist, dass Musterkombinationen vorkommen.
Zum ersten Mal treten komplexe Muster wie Strahlenaugen und Mosaikperlen zu Tage.

Es ist schwer 400 Jahre Perlengeschichte kurz zusammenzufassen. Ich lasse lieber die Farbpracht wirken. Daher hier eine Auswahl an Repliken:

© Christin Barthelmie 2013-2015