Vorrömische Eisenzeit

Gliederung der vorrömischen Eisenzeit

Die vorrömische Eisenzeit wird in der Literatur in folgende Zeitabschnitte unterteilt, wobei die Jahreszahlen Richtwerte darstellen, keine absoluten festgelegten Zahlen.

Die Lt A und B werden oft als Frühlatène zusammengefasst. Der Begriff Mittellatène wird für den Zeitraum Lt C bzw. Lt C und Lt D1 verwendet. Lt D1 und D2 werden als Spätlatène bezeichnet, manchmal wird unter diesem Begriff auch nur Lt D2 verstanden.

Perlen der Hallstatt C und D

Mit dem Beginn der Ha C taucht von Süden verstärkt ein neuer Perlentyp auf: die Ringaugenperle. Die meisten Perlen dieser Art sind von blauer Grundfarbe mit weißen oder seltener gelben Ringen. Bei diesen Perlen werden die Ringe mit einzelnen Glasfäden kreisförmig aufgelegt und eingeschmolzen. Die meisten der Ringaugenperlen sind von blauer Grundfarbe mit weißen Ringaugen, gefolgt von gelben Ringaugen.

Einfache blaue Perle mit Zickzackzier

Ab dem Ende der Ha C werden die Ringaugenperlen von den Glasperlen mit zickzackförmiger Fadenauflage verdrängt, wobei sich diese beiden Perlentypen kurzzeitig überschneiden. Diese Perlen haben meist einen ringförmigen bis runden Körper mit einem in Wellenlinien oder in starkem Zickzack verlaufenden auf- bzw. eingeschmolzenen Glasfaden von anderer Farbe als der Grundkörper. Dieser Perlentyp zieht sich durch die gesamte vorrömische Eisenzeit. Er ist ganz Europa verbreitet.

Schichtaugenperlen mit Doppelaugen

Jünger als die Perlen mit Zickzackverzierung sind die Perlen mit Schichtaugenverzierung. Die Gestaltung der Perle durch die Zahl der Augenschichten, die Anzahl der Augen, deren Anordnung und ihrer Form selbst bietet zahlreiche Möglichkeiten. Sie treten zur Beginn der Hallstatt D auf. Die meisten Perlen dieser Art sind gelbe Perlen mit Schichtaugen, die paarig nebeneinander gesetzt worden sind. An zweiter Stelle stehen blaugrüne Perlen mit Einzelaugen.

Glasperlen der Latène A und B

Vielfätige Schichtaugenperlen

Die Perlen der Frühlatène bilden eine konsequente Weiterentwicklung der Perlen aus der Hallstatt D. Perlen mit Zickzackzier treten in dem bekannten Muster blauer Grundkörper/weiße Fadenauflage weiter auf.

Die Schichtaugenperlen erleben eine Entwicklungsstufe, in dem diese nun auch mit Noppen verziert werden. Das klassische Doppelauge tritt in den Hintergrund. Große Perlen und solche mit abweichenden Schichtfolgen (gelb statt weiß) kommen ebenfalls vor. Das Farbspektrum der Grundkörper wird deutlich erweitert. So kommen neben der Farbe gelb nun auch dunkelgrün, verschiedene Blau- und Türkistöne und sogar vereinzelt schwarz vor.

Compound Eye Bead

(c) www.derglasperlenmacher.de

Als Besonderheit aus dieser Zeit gelt die Compound Eye Beads. Zwei exquiste Exemplare fand man im Grab der Fürstin von Reinheim.

Glasperlen der Latène C und D1

In der Latène C und D1 gibt neue Entwicklungen bei den Glasperlen. Die Perlen mit Zickzackzier erleben ihre Hochzeit und ein komplett neuer Typ tritt auf: die Ringperle.

Die Perlen mit Zickzackzier gab es bisher in einer Farbkombination: blauer Grundkörper mit weißer Fadenauflage. In der Latène C tritt nun eine schier überraschende Farbvielfalt zu tage. Als Grundkörper kommen nun vor:

Auch bei den Fäden hat sich die Farbvielfalt erhöht:

Schichtaugenperlen

mit vielfältigen Farbkombinationen


Derweil sind die Schichtaugen völlig verschwunden. An ihrer Stelle treten die Ringperlen mit einer großen Typen- und Farbvielfalt. Als Ringperlen werden alle Perlen bezeichnet, die von ringförmiger Gestalt sind und einen Durchmesser von mehr als 1,5 cm haben. Folgenden Typen gibt es:

Einfarbige Ringperlen in Blau und Grün

Einfarbige Ringperlen treten in der Farben blau, grün, gelb, selten in braun oder purpur auf.

Folienperlen

Als Folienperlen bezeichnet man Perlen, die innen eine hauchdünne Schicht aus gelben Glas tragen, welches mit viel Klarglas überfangen ist.

Sprenkelperlen

Sprenkelperlen zeichnen sich durch einen dunkeln Grundkörper aus, welcher mit vielen kleinen Tupfen in gelb oder weiß verziert ist.

Radial gebänderte Perlen

auch: Spiralperlen

Radial gebänderte Perlen und Spiralperlen tragen um den Grundkörper eine umlaufende Fadenverzierung.

Spiralaugenperlen

Trotz der Namesähnlichkeit sind Spiralaugenperlen deutlich von den Spiralperlen abzugrenzen. Sie sind mit kleine aufgesetzten oder aufgelegten Spiralen dekoriert.

Glasperlen der Latène D2

In der Latène D2 ist ein deutlicher Rückgang der Perlenmenge und -vielfalt zu verzeichnen. Es treten weiterhin einfarbige Perlen auf, ebenso einige Ringperlen. Das Farbspektrum ist stark eingeschränkt. Die Perlen sind meist blau, purpur und braun. Warum die Perlen der Kelten vor deren eigentlichen Niedergang ein nun mehr selten Fundguts sind, bleibt unklar.

© Christin Barthelmie 2013-2015