Fadenauflagen herstellen

Bevor man eine Fadenauflage, im Fachjargon gern „Stringer“ genannt, auf einer Perle verarbeiten kann, muss man diese zunächst selbst herstellen. Zwar werden auch im Fachhandel verschiedene „Stringersets“ angeboten, allerdings ist es sinnvoller seine Fäden selbst zu ziehen, da man so genau die Farben bestimmen kann, die man braucht.
Das Prinzip ist ähnlich wie beim Spinnen von Wolle. Aus dem Grundmaterial wird ein dünner Faden ausgezogen. Hierbei kommt es darauf an, dass der Zug am Glas und dessen Hitze miteinander harmonieren.

Pinzetten- oder Glastropfenauszug

Zieht man einen heißen Glastropfen aus, muss man zunächst den Glasstab gut erhitzen, dass sich ein größerer Tropfen bildet wie bei Herstellen einer Grundperle. Mit einer Pinzette oder einem kalten Glasstab „greift“ man in die heiße Glaskugel. Außerhalb der Flamme wird dann das Glas aus der heißen Kugel gezogen. Zunächst muss man schnell ziehen, da das Glas sehr heiß und damit flüssig ist. Im Verlauf des Ziehens muss der Zug schwächer werden bis das Glas so stark erkaltet ist, dass es nicht mehr weiter geht. Den Glasfaden kann man entweder abschmelzen oder abknipsen, wenn er völlig erkaltet ist.

1. Herstellung des heißen Glastropfens, 2. Einstechen mit einem zweiten Glas oder einer Pinzette, 3. erst langsam den Tropfen auseinanderziehen, 4. dann immer schneller ziehen, 5. der fertige Glasfaden



Es gibt noch weitere Techiken Fadenauflagen herzustellen. Jeder, der Glasperlen macht, muss selbst herausfinden, welche er oder sie am besten beherrscht.

© Christin Barthelmie 2013-2015