Herstellen einer Grundperle

Eigentlich ist es einfach, eine runde Perle aus Glas herzustellen, wenn man keine Angst vor Feuer und ein Händchen für die unterschiedlichen Kräfte hat, die auf das flüssige Glas wirken.

Zum Wickeln einer Grundperle benötigt man einen Metallstab mit Trennmittel, welches notwendig ist, um die Perle später vom Metallstab zu lösen, Weichglas und Feuer, welches meist durch einen Glasperlenbrenner erzeugt wird.

Der eigentliche Herstellungsprozess besteht auf vier Schritten:

Zunächst werden der Metalldorn und der Glasstab vorsichtig und gleichmäßig im hinteren Teil der Flamme erwärmt. Der Metallstab sollte dabei bereits gedreht werden. Wenn der Glasstab und der Metallstab glühen – beim Glasstab sollte sich zu diesem Zeitpunkt eine runde Nase gebildet haben – ist es soweit: Der Glasstab wird senkrecht auf den Metallstab gesetzt. Das Wickeln vom Körper weg beginnt sofort. Zu beachten ist dabei, dass dies gleichmäßig geschieht und man ein Maß zwischen dem Ziehen, Wickel und der Schwerkraft findet. Das Glas wird wie zähflüssiger Honig um einen Löffel gewickelt.

1. Metallstab und Glas anwärmen, 2. Bildung einer weichen Glasnase, 3. senkrechtes Ansetzen des Glases auf dem Metallstab, 4. Wickeln des heißen Glases



Ei- und birnenförmig Perlen

Beim Wickeln ist die Kunst, die auf das Glas wirkende Kräfte zu kontrollieren. Ist das Glas zu flüssig und hört man auf, den Metall zu drehen, tropft das Glas und die Perle zu einem Ei. Hält man den Stab schief, so bekommt die Perlen einen birnenförmigen Körper.

Ist die Perle groß genug, wird der Glasstab von der Perle weggezogen und durch die heiße Stelle der Flamme abgeschmolzen. Die Perle wird nun im Feuer weitergedreht, bis alle Wickelspuren eingeschmolzen sind. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden, kann die Perle abgekühlt werden. Hierzu wird sie aus der Flamme genommen, wobei der Dorn immer weiter gleichmäßig, nicht zu schnell gedreht wird.

1. Grundperle glattschmelzen, 2. glatte Grundperle nach Schmelzvorgang, 3. nicht eingeschmolzene Grundperle mit Wickelspuren



Wenn die Perle nicht mehr glüht und sich eine feste Haut gebildet hat, kann diese ins Kühlgranulat eingetaucht werden. Dabei sollten weitere Perlen, die bereits abkühlen, nicht berührt werden. Der Abkühlprozess dauert bei kleinen Perlen min. eine halbe Stunde, bei großen Perlen mehrere Stunden. Sehr große Perlen oder Perlen mit sehr komplexen Mustern sollten über Nacht in einem separaten Gefäß abkühlen.

© Christin Barthelmie 2013-2015